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BIM im Fokus: Ein Interview mit Judith Köhl und Markus Schachtner

22.11.2017

Judith Köhl ist Leiterin der Anwendungstechnik der Firma alwitra GmbH & Co.. alwitra hat mit seinen Flachdach-Systemen die Grundlage für ein einzigartiges Produkt- und Dienstleistungsangebot geschaffen: Als einziger Hersteller bietet das Unternehmen aus Trier alle Komponenten der wasserführenden Ebene als abgestimmte Systemlösung aus einer Hand an.

In unserem Interview erläutert Judith Köhl gemeinsam mit Markus Schachtner (ebenfalls alwitra) die digitale Welt des Bauens und wie es zur Umsetzung der Produktkonfiguratoren im „BIM-Einsatz“ kam.

Judith Köhl // alwitra GmbH

Schachtner arbeitet seit über 15 Jahre ebenfalls in der Anwendungstechnik von alwitra und ist unteranderen für die Datenerstellung sowie Datenpflege der Produktkonfiguratoren zuständig.

BIM: Die digitale Welt des Bauens

1. Frau Köhl, Sie befassen sich seit 2013 mit der BIM-Einführung bei alwitra. Worin lag Ihre Motivation sich mit BIM auseinanderzusetzen?
Die Anforderungen kamen von Seiten des Markts. Zum einen durch unsere Vertriebsmitarbeiter in Deutschland und zum anderen durch den Exportmarkt UK. Unsere Vertriebler wussten zwar 2013 noch nicht zu 100 % was BIM ist, aber eines war bereits damals klar, wir müssen uns mit BIM auseinandersetzen, sonst rollt der Zug an uns vorbei. 2014 wurden die Anforderungen konkretisiert.

2. Was war aus Ihrer Sicht die (größte) Herausforderung bei der BIM-Einführung und was definierten Sie zeitgleich als Chance?
Die größte Herausforderung war, dass wir bei null anfangen mussten. Wir hatten keine Erfahrungen mit BIM. Im Baubereich gibt es normalerweise für alles Normen oder Regelwerke. Für BIM gab es und gibt es bis heute kein eindeutiges Regelwerk. Um ein Minimum an Daten bereitzustellen, haben wir uns im 1. Schritt an dem UK Standard orientiert.

3. Wie hoch ist oder war der Marktdruck?
Als 2015 der damalige Bundesverkehrsminister Rainer Dobrindt auf dem „Zukunftsforum digitales Planen und Bauen“ in Berlin die stufenweise Einführung von BIM bis 2020 bekannt gab war klar, wir möchten dabei sein. Wenn BIM durch die Bundesregierung umgesetzt wird, dann wollen und müssen wir dabei sein, damit wir auch den zukünftigen Forderungen bei öffentlichen Ausschreibungen gerecht werden können.

4. Welche Chancen haben Sie zu diesem Zeitpunkt in der Einführung von BIM gesehen?
Wir richteten unseren Fokus auf Architekturbüros. Wenn Architekturbüros mit der Planung von Bauprojekte beginnen und BIM Modelle erstellen wollen bzw. müssen, können wir uns frühzeitig positionieren. D.h. wenn wir in entsprechende BIM-Plattformen integriert sind, dann werden unsere Modelle und somit Produkte auch genutzt. Je früher wir also dabei sind, desto größer ist die Chance die Bauprojekte für uns zu gewinnen.

CADClick® Technologie: Umsetzung eines Produktkonfigurators im BIM-Einsatz

5. Frau Köhl wie verlief der Entscheidungsprozess zur Einführung einer Softwarelösung?
Uns lagen mehrere Angebote für BIM-Module bzw. Programmierdienstleistungen vor. Wir wollen zentralisierte Daten, diese Anforderung war klar definiert. Während des Besuchs der eCatalog Conference 2015 lernten wir die CADClick® Technologie kennen. CADClick® kann mehr als nur BIM-Daten liefern. Die Möglichkeit zur Umsetzung eines Bauteil Konfigurators sowie eines digitalen Produktkatalogs war für uns sehr interessant. Letztendlich haben wir uns für KiM und die CADClick®-Technologie entschieden. Unser erstes Projekt, der Tageslichtkonfigurator, wurde von KiM innerhalb weniger Wochen umgesetzt. Die schnelle Bearbeitung hat auch unsere Geschäftsführung von CADClick® überzeugt und wir konnten unser Projekt mit KiM starten.

6. Herr Schachtner, wieso hat sich alwitra für die CADClick® Technologie von KiM entschieden?
Durch den Einsatz der Bauteil Konfiguratoren und des elektronischen Produktkatalogs haben sich unsere Arbeitsabläufe deutlich verbessert und die Fehlerquote wurde gemindert. Wir können unsere Modelle nicht nur in zahlreiche Formate ausleiten, sondern unsere Daten sind vor allem variabel. Anforderungen können innerhalb von Sekunden erfüllt werden.

Im Bestell- und Produktionsablauf bringt der Einsatz der Technologie viele Verbesserungen mit sich. Durch den Einsatz der Konfiguratoren sehen wir bereits vor der Produktion ob der Zusammenbau fehlerfrei ausführbar ist oder ob es an der ein oder anderen Stelle klemmen könnte. Es liegt eine geprüfte Konfiguration zugrunde. Wir können also nur die Bauteile verwenden, die im Regelwerk des Konfigurators hinterlegt sind.

Datenerstellung mit CADClick®

7. Herr Schachtner, wie wird bei alwitra die Datenerstellung bzw. Datenpflege vorgenommen?
Die Datenerstellung als auch die Datenpflege werden von mir und einem Kollegen übernommen. Anfangs war die Datenerstellung mit CADClick® ein Lernprozess. Die Daten werden parametrisiert über Variablen und Formeln erstellt, etwas anders als im Bereich der bekannten CAD- Anwendungen. Die Anwendung der Technologie hat also wenig mit Zeichnen zu tun.

Mittlerweile haben wir all unsere Produkte im digitalen Produktkatalog hinterlegt. Im Bereich der Konfiguratoren sind wir mit der von KiM erstellten Lichtkuppel-Konfiguration gestartet. Inzwischen erstellen wir unsere Produkt- bzw. Bauteil-Konfiguratoren selbst. Die Entwicklung geht uns leicht von der Hand. Innerhalb von 14 Tagen können wir neue Konfiguratoren präsentieren.

CADClick® Technologie: Vorteil und Nutzung eines Produktkonfigurators im BIM-Einsatz

8. Seit knapp zwei Jahren ist CADClick® bei alwitra im Einsatz. Welche Funktionen der Technologie stechen in Ihrem Unternehmen hervor? Wie nutzen Sie die Produktkonfiguratoren im BIM-Umfeld?
Unser Anspruch war die zentrale Verwaltung aller Daten. Dieser Wunsch hat sich als einer der größten Vorteile der Technologie herauskristallisiert. Die Datenpflege und somit das Ändern von Daten erfolgt lediglich an einer Stelle. Wir können on the fly Änderungen vornehmen bzw. übernehmen. Innerhalb von einem Tag sind wir up to date, egal welche Daten geändert werden müssen. Ein großer Vorteil, wenn ein Unternehmen wie alwitra zahlreiche Produkte bzw. Produktgruppen zur Verfügung stellt.

Außerdem war es die richtige Entscheidung, nicht einfach nur BIM-Software bereitzustellen, sondern unseren Kunden einen Mehrwert zu liefern. Mit der Möglichkeit zum Ausleiten von 3D PDF Datenblättern sowie dem Export in weitere Formate u.v.m. liefern wir unseren Kunden zahlreiche Optionen. Zuerst dachten wir, dass nur Architekten die Konfiguratoren nutzen und BIM-Daten erfragen, aber durch die verschiedenen Möglichkeiten konnten wir weitere Nutzergruppen z.B. Verarbeiter unserer Produkte definieren.

9. Frau Köhl, in welcher Form werden die bereitgestellten Daten genutzt?
Seit wir Online sind konnten wir (Stand September 2017) 11.000 Downloads verzeichnen. Stetig steigend. Die meist gefragtesten Formate sind DXF und DWG, pdf. Hier und da auch der Export in IFC.

10. Wie ist die Nachfrage im Bereich BIM und wie sehen Sie diesbezüglich die Zukunft?
Die Anfrage nach BIM Daten steigt stetig an. Es wird spannend, wie es in den nächsten Monaten und Jahren weitergeht. BIM wird früher oder später Einzug halten. Alle Stakeholder die im Bereich der technischen Ausstattung oder Design angesiedelt sind, werden BIM-Daten erfragen müssen. Wir haben die für Planer, Architekten, Verarbeiter etc. notwendigen Daten verfügbar. alwitra ist gerüstet für die Zukunft.

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